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Marjet Visscher

Poetische Naturdarstellungen voller Licht, Stille und vielschichtiger Farbe.

Gemälde als sinnliche Welten, in denen wir uns verlieren, staunen und verweilen können.


LOST IN NATURE
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Marjet Visscher schafft zeitgenössische Naturkunst, in der Beobachtung, Vorstellungskraft und Empfindung zusammenfinden. In Ölmalerei, Zeichnung, Druckgrafik und Pastell verwandelt sie Blätter, Äste, Durchblicke und Lichtstellen nicht in reine Abbildungen, sondern in vielschichtige, beinahe begehbare Bildräume. Ihr Werk bewegt sich zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Ruhe und Dynamik, zwischen Aufblühen und Vergehen. Gerade diese spannungsreiche Balance verleiht ihren Gemälden und Arbeiten auf Papier ihre unverwechselbare, sinnliche Atmosphäre.

In die Gemälde von Marjet Visscher (1979) erscheint die Landschaft nicht als bloße Kulisse, sondern als lebendige, sinnlich erfahrbare Welt. Als Bauerntochter in Groningen aufgewachsen, ist ihre Verbindung zur Natur tief verankert, doch ihre Arbeiten sind keine wörtlichen Übersetzungen dessen, was sie draußen sieht. Was ihre Aufmerksamkeit fesselt und sie innerlich berührt — die Form eines Blattes, der dunkle Stamm eines Baumes, ein überraschender Lichteinfall, ein dichter Rhythmus aus Pflanzen oder ein geheimnisvoller Durchblick — wird zum Ausgangspunkt für Bildwelten, in denen man sich verlieren, verweilen und neu schauen kann. Häufig arbeitet sie in Serien und kehrt über längere Zeit an einen bestimmten Ort oder zu einem Motiv zurück, etwa zu den Pestwurzfeldern in Amelisweerd oder zu den grünen Oasen rund um Utrecht.

Kennzeichnend für ihr Werk ist das Spiel mit Gegensätzen. Marjet Visscher sucht bewusst die Spannung zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen Licht und Dunkel, zwischen Blüte und Verfall, zwischen weichen Übergängen und klaren Konturen sowie zwischen transparenten Schichten und deckender Farbe. Dadurch erhalten ihre Gemälde und Arbeiten auf Papier eine dichte, vielschichtige Präsenz: einmal üppig und rhythmisch, dann wieder still und fast entrückt, doch immer aus genauer Beobachtung heraus entwickelt. Auch in ihren neueren Arbeiten mit Soft- und Ölpastell bleibt diese Sensibilität für Struktur, Farbe und Atmosphäre spürbar. So entsteht zeitgenössische Naturmalerei mit poetischer Handschrift — Kunst, die nicht nur die Komplexität von Pflanzen, Bäumen und Waldinnenräumen sichtbar macht, sondern auch Raum für Staunen, Sammlung und langsames Sehen eröffnet.

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